Es war einmal .........

eine Frau die sich bereit erklärte, an einem schon merklich kühleren Abend am 13. Oktober 2011, uns in der Orangerie Wolfegg zu besuchen und uns einen märchenhaften Abend zu bereiten.
Eingeleitet wurde der Abend mit den eindrucksvollen Worten von Gerald Hüther der sagte:
"Märchen sind Kraftfutter für Kindergehirne. Balsam für die Seele von Erwachsenen"!
Frau Elvira Mießner, Sprechpädagogin, Lehrerin und Märchenerzählerin aus Pfullendorf entführte uns nach Ihren einleitenden Worten gleich in die Welt der Märchen als Sie uns das Märchen "Die Holunder Mutter", vielen wahrscheinlich eher unter dem Titel, "Frau Holle" bekannt, eine Lothringsche Erzählung in Ihrem Heimatdialekt erzählte.
Anhand dieses und einiger anderer Märchen und Teilen von diesen, zeigte Sie uns was den Wert von Märchen ausmacht. Das dies so facetten reich ist, war glaube ich, für alle Anwesende eine ganz neue Erfahrung.
Frau Mießner zeigte uns, dass Märchen Hoffnungs-, Vertrauens- und Mutgeschichten sind und darüber hinaus ist in fast jedem Märchen, Lebensbewältigung ein zentrales Thema. In Märchen geht es um konkrete Aufgaben die es für den Held oder die Heldin zu lösen gibt. Sie sind auch sehr hilfreich bei der Identitätsfindung wie dies insbesondere in den Dummlingsmärchen und den Märchen von Jüngsten zum Ausdruck kommt. Ihnen traut niemand etwas zu, aber gerade sie sind es, die ihr Glück machen, weil sie ihre eigenen Stärken entdecken und einsetzen.
Somit bieten Märchen Orientierungshilfen und zeigen Verhaltensmodelle auf die dann bei Kindern positive Eigenschaften fördern. Durch diese Erzählungen werden Sinne, Gefühle, Mitgefühl, Werte, Phantasie, Sprache und Denken gefördert.
Den Abschluß des Abends machte das afrikanische Märchen von einem Baum und seinen herrlichen Früchten, die die Tiere zu gern gegessen hätten. Allerdings mussten sie dafür den Namen des Baums kennen und den wusste nur der weit entfernt wohnende Löwe. Die schnelle Antilope und der Elefant mit seinem großen Gedächtnis scheiterten an der Aufgabe, sich den Namen zu merken, nur die langsame Schildkröte hatte von ihrer Großmutter gelernt, wie man sich etwas merkt: „Der Baum heißt Ungali“, sagt sie auf dem weiten Rückweg ohne Unterlass vor sich hin und beschert damit den Tieren die süßen Früchte.
Als wir aus dem fernen Afrika wieder mit unseren Gedanken in Wolfegg ankahmen, hatten wir einen schönen Abend erlebt, an dem uns Frau Mießner durch Märchen in eine andere Welt versetzt hatte. Wir danken Frau Mießner für diese Erfahrung.
Abschließend möchte ich Rufus Beck zu Wort kommen lassen der mit folgenden Worten alles auf den Punkt bringt.
" Märchen vermitteln anhand archaischer Geschichten in spielerischer und fantasievoller Form das, worauf es im Leben ankommt - die Werte, die unser Zusammenleben erleichtern und es wertvoll machen."
(Zusammengefaßt durch Dina Struska / Elternbeirat im Kindergarten Alttann)
Leseblockaden vom Gehirn her betrachtet!
Leseförderung fängt bei unseren Kleinsten an. Warum das so wichtig ist und wieso das manchmal gar nicht so einfach ist konnten interessierte Eltern, Erzieherinnen und Lehrer(innen) am Donnerstag, den 30. September 2010 in der Orangerie erfahren.
Herr Brand begrüßte die Gäste mit der Frage, wie viele Menschen in Deutschland nicht lesen können. Die Zahl von rund 4 Mio. Erwachsenen in Deutschland macht schnell deutlich, dass Lesen keine Selbstverständlichkeit ist. Lesen ist die Grundlage unserer Bildung. So ist die Schulnote in Mathematik eigentlich eine halbe Deutschnote, denkt man einmal an die vielen Textaufgaben in diesem Fach.
Kinder brauchen Lob und Erfolgserlebnisse. Das kennt Siege Schock aus eigener Erfahrung. Sein Bruder brachte ihm das Lesen bei was ihm wiederum Anerkennung bei der Mutter einbrachte. Diese positive Erfahrung ist ihm bis heute präsent.
Warum das so ist, erklärte sein Bruder Karl-Heinz Schock. Je nach Bedarf werden die verschiedenen Gehirnregionen eingesetzt. Ist das Kind unter Stress, setzt das Großhirn auch mal aus – der berühmte Black-out in der Prüfung. Die Stimmung eines Kindes kann viele Kanäle in seinem Gehirn öffnen oder blockieren.
Eine gute Umgebung hat auch Einfluss auf die Lerneffizienz. So ist mittlerweile nachgewiesen, dass in einer gefühlmäßig guten Situation rund doppelt so viele Vokabeln gemerkt werden, wie in einer ungünstigen Situation.
Insgesamt war es ein interessanter Einblick in die Zusammenhänge unseres Denkens. Manch Bekanntes wurde erklärt und in manches Neue gab es interessante Einblicke.
Zusammenfassend kann man sagen: Wenn wir unseren Kindern helfen wollen ihr Potential zu nutzen, müssen wir ihnen helfen, ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit aufzubauen.




